Exportschlager mediterranes Design


Mediterranean Design

 

 
Wie soll man Mallorcas Meer, Sonne, Strände und Gärten nach England und Deutschland bringen? Arianna und Santos von der Firma "G4 Deco" aus Son Rapinya verraten, wie das geht.

Stell dir vor, drinnen lacht die Sonne, selbst wenn du am Nordpol wohnst. Stell dir vor, du fühlst dich in deinem Haus wie auf Mallorca oder Gran Canaria, wenn Schneestürme vor deinem Fenster toben. Nebel, ein grauer Himmel, Kälte und Regen können dir nichts anhaben, denn deine Wände glänzen in warmem Blau, Türkis und Zinnoberrot. Wenn du morgens die Zeitung lesen möchtest, kannst du auf der Terrasse in einem ausladenden, mit weißem Leder bezogenen Sessel mit geschwungenem Design Platz nehmen. Du wirst dich fühlen wie in einem spanischen Patio.

Die mallorquinische Firma „G4 Deco“, ein Inneneinrichter der Spitzenklasse, exportiert mediterranes Design. Statt Flugzeugen, die Menschen in den Süden verfrachten, installieren Handwerker zu Hause Meer und Palmen. Der Traum von immerwährendem Sonnenschein, von mildem Klima, vom sanften Rauschen des Meeres, von Farbenpracht und Lebensfreude ist plötzlich für jeden greifbar. Vater der bahnbrechenden Idee ist Santos Moreno, gemeinsam mit Arianna Lucarella Geschäftsführer von G4.
„Mehr Licht soll ins Innere gelangen, egal in welchem Land sich die Immobilie befindet”, bestätigt Santos. Die Architektur soll möglichst so beschaffen sein, dass die Hausbewohner den Unterschied zwischen drinnen oder draußen kaum bemerken. Den Garten definiert er als Verlängerung beziehungsweise „weiteren Raum des Hauses“.
Finanzkräftige Kunden aus der Schweiz, aus Deutschland und vor allem England reißen sich um seine Ideen. Sogar in Südfrankreich, Mexiko und Marokko hat er mehrere Anwesen verzaubert. Der Schwerpunkt liegt trotzdem noch immer in Spanien. Auch in Madrid und Barcelona liebt man Meer und Sonne. Zehn Einrichtungsprojekte laufen zurzeit parallel, vier davon in London. Bei manchen von ihnen kümmert sich Santos nur um das Design und die Ausführungskontolle.
 
mediterranes design

 

Ein Projektstart verläuft in etwa wie folgt: Der Kunde beauftragt G4 mit einem Objekt. Santos und sein Team begehen das jeweilige Haus und besprechen mit dem Auftraggeber vor Ort, wie er die einzelnen Räume gestaltet haben möchte. Das gesamte Objekt wird abfotografiert. In Palma schließlich entstehen Konzept und Planskizze. Gewöhnlich kommt der Auftraggeber noch einmal persönlich nach Mallorca, um das endgültige Projekt zu verabschieden.
 
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Ein Augenschmaus sind die per Hand gezeichneten Plan-Skizzen für die neue Einrichtung des Objekts, die Art Director Nessy Cohen seinem Meister liefert. Santos: „Nessy ist ein Künstler und für mich unersetzlich. Nach wie vor ist Handarbeit in diesem Bereich das Nonplusultra. Computerprogramme gibt es natürlich reichlich hierzu, aber sie schränken die Kreativität ein. Die Kunden sind fast immer hingerissen von den Skizzen.“
Aus Neugierigen werden Stammkunden. Viele Projekte, die gerade laufen, sind bereits die zweite Einrichtung für das selbe Objekt. Die meist sehr wohlhabenden Hausherren gewöhnen sich daran, dass Santos sowieso alles erledigt. Arianna: „Nein sagen wir so gut wie nie. Der Service muss in dieser Branche perfekt sein. Selbstverständlich kümmern wir uns auch um eine Alarmanlage, wenn der Kunde es wünscht. “ Auf besonderen Wunsch werden dekorative Bilder für die Objekte eigens gemalt. Teilweise grenzen die Vorstellungen der Klienten ans Kuriose. Fünf Jahre nach Projektfertigstellung rief ein Kunde an und meldete, dass eine Glühbirne nicht mehr funktioniert und G4 sich doch bitte darum kümmern soll.
Der Madrilene Santos ist wie Arianna diplomierter „Interiorista“, zu deutsch Innenarchitekt. Seine Anfänge machte er beim Kulissenbau von Film- und TV-Produktionen. Geschäftspartnerin Arianna leitet die Produktion von Schreiner- sowie Metallarbeiten und setzt ihren ausgeprägten Sinn für Ästhetik ein, um zu erspüren, welche Finessen der Kunde genau will.
Das perfekte Endergebnis ist die Ausgewogenheit zwischen den Wünschen des Kunden und den architektonischen Besonderheiten des einzurichtenden Hauses. Ideal ist es laut Santos, „mit den gewünschten Materialien Design und Produktion aller Extras in Eigenregie auszuführen.“ Das dauere zwar etwas länger, führe aber zu einem herausragenden Ergebnis - also einem vollkommen individuellen Einrichtungskonzept.
Ob Santos auch Normalverdiener mit durchschnittlichem Monatseinkommen bedient? „Aber klar. Dann schrauben wir halt die Kosten überall runter und sehen, was sich machen lässt. Wir sind nicht teurer als die Fachgeschäfte. Viele Leute halten uns fälschlicherweise für Weltraumflieger.“ Für mehrere Freunde mit mittlerem Einkommen, die eine Bar oder ein Restaurant führen, erstellte Santos das Innendesign.
 
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Man müsse das gesamte Jahr über sowieso den richtigen Kundenmix finden, bekomme nicht immer „dicke Fische“ an die Angel. Außerdem garantiert die Einrichtung etwa eines Restaurants, das viele Menschen betreten, einen sehr guten Werbeeffekt. Mund-zu-Mund-Propaganda ist das Erfolgscredo der Branche.

www.g4deco.com
Die Designer-Einrichtungsfirma G4 kann bereits eine Reihe von hochkarätigen Referenzarbeiten vorweisen: Hotel Saratoga, Madrid Club, Hoteles Esperanza in Alcúdia, Hotel Cala d´Or und viele mehr. Im Bereich privater Villen ragen die Arbeiten für das britische Verleger-Ehepaar Janet und Richard Desmond heraus. Desmond gibt unter anderem den “Daily Express” und das “O.K.!” Magazin heraus. Die Desmonds besitzen je ein Herrschaftshaus in London und Pollensa.

 

 
Text: Roland Kroiss, Photos: Thomas Baar und G4

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